Tag 5: Meile 64-77

Tag 5: Meile 64-77

Die Nacht war angenehm und nur ein wenig windig. Der Untergrund war ein wenig abschüssig. Inzwischen hat mein Körper seinen Rhythmus gefunden. Die letzten Tage bin ich immer gegen 5:45 Uhr aufgewacht, wenn mich nicht die Kälte oder andere Sachen zwischendurch geweckt haben. Diesen Morgen bin ich also wieder um 6 Uhr aufgestanden und habe erstmal ein warmes Frühstück genossen.  Danach Sachen zusammengepackt und das Zelt in die Seitentasche des Rucksacks gesteckt. Das hat den Vorteil, dass man nicht erst alles aus dem Rucksack in den Dreck legen muss ehe man das Zelt rausholen kann. Hab ich mir am 2. Tag bei jemandem abgeschaut.
Sonnenuntergang am Zeltplatz
Rechts ist Enno und in der Mitte Marko
Um 7:15 Uhr sind Marko und ich losgegangen. Der Plan war ca 13 Meilen zu laufen bis zu einer gut befahrenen Kreuzung und von dort nach Julian zu hitchen (per Anhalter fahren). Dort wollten wir einen Zero (Tag an dem man nix tut) machen und für Hiker kostenlosen Applepie essen. Auf dem Weg hatten wir mal wieder Snake Time. Ich sah eine dünne kurze Schlange, die so schnell vor mir flüchtete, dass ich gar kein Foto machen konnte. Später standen wir wieder einer Klapperschlange gegenüber, die klapperte. Ein Hiker meinte, dass es eine Black Diamond wäre und giftig. Nachdem wir diese in einem weiten Bogen umgangen hatten, sahen wir 5m weiter die Nächste.
Schlange
Gegen 12:15 Uhr kam ich kurz vor der Kreuzung an einem Schild vorbei und jeder Hiker läuft doppelt so schnell, weil er sich so freut, wenn er das Wort Trailmagic liest.
Nach der Meile erreichte ich die Brücke an der Kreuzung und hörte Musik. Als ich mich der Brücke näherte, wurde ich applaudierend empfangen und alle jubelten und es wurde direkt ein Foto gemacht und ich bekam Feuchttücher, um Hände und Gesicht zu reinigen. Das war auch bitter nötig, weil mir ein kleines Mißgeschick passiert war. In San Diego hatte ich mir einen Sunscreen Stick gekauft, um keinen Sonnenbrand zu bekommen. Allerdings war dieser Stick in der Hitze weich geworden und ich habe ihn vielleicht auch ein wenig zu weit rausgedreht. Auf jeden Fall hatte ich auf einen Schlag soviel Sonnencreme überall, dass ich gar nicht wusste wohin damit, da ich ja langärmelig und mit langer Hose laufe. Also verteilte ich das Zeug so gut es ging und auch in meinem Gesicht. Das sah am Ende so aus:
Hab keinen Sonnenbrand bekommen 😁
Und so wurde auch das Foto von mir gemacht. Das mir keiner einen Trailnamen deswegen gegeben hat, ist verwunderlich. Zurück zur Trailmagic. Diese war wirklich unglaublich. Ein paar Leute aus San Diego sind zu dieser Brücke gefahren und haben dort Stühle, Tische und Kühlboxen hingebracht. Es gab Musik, einen Physiotherapeuten, frisches Obst, Caesar Salad, BBQ, Bier, ……. Unbeschreiblich. Dort hingen wir erstmal 2h ab. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals unter einer Brücke sitzend mit einem Bier in der Hand so glücklich sein würde.
Trailmagic
Nach 3 Bier und lecker Essen hieß es noch einen Hitch nach Julian zu bekommen. Laut Aussagen von Hikern der vergangenen Jahre soll das dort sehr schnell gehen. Das erste Mal in meinem Leben stand ich also an der Straße mit dem Daumen nach oben. Erst nach 30 Minuten erbarmte sich Bob für uns anzuhalten. Er erzählte uns, dass er ein schlechtes Gewissen habe, da er einen Hiker am Tag zuvor nicht mitgenommen habe. Glück für uns 🙂 Während der Fahrt schaute ich nach einem Hotel, aber fand leider kein freies im Zentrum von Julian. Daraufhin lud uns Bob einfach so zu sich nach Hause nach Ramona ein. Ramona ist der Ort. Bob stellte uns später noch seine Frau Kimberly und seinen Sohn Taylor und Taylors Freundin vor. Außerdem zeigt e uns Bob seine alten Autos und die Pokale seiner Söhne beim Motocross. Insgesamt besitzt er 9 Autos und ist Auto- und Motocross verrückt. Nicht zu vergessen fuhr er uns auch noch zum Supermarkt. Bob und Kimberly waren so gastfreundlich, wie man es sich besser nicht vorstellen kann. Sie haben uns als Fremde von der Straße mitgenommen, uns duschen lassen und bei sich übernachten lassen. Außerdem haben sie für uns 4 große Pizzen und Wings und Dessert bestellt. Besser kann ein Tag nicht enden. Vielen vielen Dank an Kimberly und Bob. Ich werde euch und eure Herzlichkeit so schnell nicht vergessen und vielleicht kommt ihr mal auf einen Besuch nach Deutschland vorbei.
Bob und ich vor einem seiner „Autos“
Marko, Bob und Kimberly
Kennt einer das Lied „Schnitzelbank“
Marko und ich frisch geduscht am Pool
Perfektes Hikeressen
Um 22:45 Uhr fiel ich todmüde ins Bett.

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